Dr. phil. Berta C. Schreckeneder
Praxis für Beziehungstherapie
Eins zu eins: Säen und ernten?

Eins zu eins: Säen und ernten?

Wenn ich heute meinem Mann sage, dass ich ihn liebe, sagt er das dann auch zu mir? Das kommt darauf an. In manchen  Beziehungen ja, in manchen nein! Säen Sie unabhängig von anderen, von Ihrem Partner! Es geht um Sie, nicht um die anderen.

Wenn Sie hören „Wir ernten, was wir säen.“ – denken Sie nicht Eins zu Eins. Was halten Sie davon, wenn der persönliche Fokus darin liegt, etwas zu geben und zu schauen? Sie fangen damit an, bspw. in Ihrer Familie liebevoller auch in schwierigen Situationen zu sein. Es kann sein, dass sich da sofort nichts ändert. Plötzlich spricht Sie allerdings irgendjemand auf der Straße an und sagt Ihnen, wie sympathisch Sie wirken. Oder Sie werden krank und bekommen über Monate hinweg eine gute Pflege – von Ihrem Partner, von einem Pfleger, was auch immer. Sie geben jetzt sozusagen wenig und bekommen viel.

Im Leben setzen wir viele Samen in unseren eigenen Garten. Und die Ernte fällt gerne überraschend aus. Die Karotten wachsen heuer ganz wunderbar, der Rosmarin ist schwach, der Lavendel dafür umso besser. Obst gibt es heuer in Fülle – Sie kennen das. Es ist in der Natur auch nichts eins zu eins. Manche der Samen gehen auf und manche nicht, einige scheinen oft erst nach Jahren zu fruchten, obwohl wir täglich gegossen haben. Klar ist, dass nichts wachsen kann, was ich nicht säe und nicht pflege.

In manchen Kulturen wird Erntedank gefeiert und mit diesem Fest die Dankbarkeit für all die Gaben der Natur zum Ausdruck gebracht. Auch wenn es in manchen Städten etwas sehr Kommerzielles angenommen hat und von Dankbarkeit keine Spur mehr scheint, so kann es doch eine Erinnerung an unsere Ernte in einem Lebensjahr sein. Wir ernten auch, wenn wir säen und wenn die Ernte gut ist, dann ist es ein Grund, zu feiern. Wenn Sie sich im Leben von anderen geliebt fühlen, wertgeschätzt fühlen, dann feiern Sie das doch genau mit diesen Menschen. Dankbarkeit zu zeigen, ist auch wieder ein Same, der seine Früchte im Folgejahr tragen wird.

 

BEZIEHUNGSTIPP:

Entscheiden Sie sich, was Sie in Ihrem Leben anderen Menschen geben möchten. Wenn Ihnen das schwer fällt, dann packen Sie die Frage anders an: Was möchte ich von anderen Menschen erhalten? Und seien Sie an dieser Stelle bewusst, dass Sie auch bereit sein müssen, den Menschen etwas zu geben. Wenn Sie von Menschen geliebt werden möchten, dann hilft es nicht, nur Tiere zu lieben. Wenn Sie Zufriedenheit wünschen, dann hilft es nicht, wenn es eine Zukunftsprojektion bleibt. Stellen Sie sich vor, dass Sie das säen, was Sie möchten – in der Partnerschaft, in der Freundschaft, im Job. Fragen Sie sich, wie kann ich Zufriedenheit säen? Was brauche ich, um ein zufriedener Mensch zu sein? Seien Sie sich klar, dass es mit dem Säen nicht getan ist. Jeden Tag etwas Zeit/Zuwendung zu Ihrem Samen werden Sie brauchen.

Schreiben Sie in ein schönes Buch,

  • was Sie säen,
  • was Sie ernten werden,
  • wie Sie es pflegen und
  • was Sie noch in diesem Jahr geerntet haben.

 

 

 

Beitragsfoto: Meike Schnelting

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